Rolle von Nutzern im Innovationsprozess

 

Rolle von Nutzern im Innovationsprozess

 

Die Einbindung von Nutzern in den Innovationsprozess von Unternehmen verspricht für alle beteiligten Akteure einen nachhaltigen Mehrwert. So können Unternehmen nicht nur die Bedürfnisse ihrer Kunden besser verstehen, sondern auch wertvollen Input für die Entwicklung und Erstellung neuer Lösungen erlangen, die wiederum die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden besser adressieren. In diesem Forschungsfeld untersuchen wir, inwieweit Kunden eine wertvolle Quelle von Innovationen sein können bzw. die Innovationstätigkeit von Unternehmen unterstützen. Dabei betrachten wir sowohl die Aktivitäten von Endkunden (Konsumenten) als auch die von Unternehmen als Kunden.

Kunden können auf unterschiedliche Art und Weise Innovationsaktivitäten nachgehen. Eine zunehmend bedeutende Innovationsform ist die Kundeneinbindung in den Innovationsprozess von Unternehmen, die so genannte Ko-Entwicklung. Hier entwickeln Unternehmen gemeinsam mit Kunden neue Angebote. Die Zusammenarbeit kann unterschiedlich intensiv sein, angefangen von sporadischen Kundenfokusgruppen über Crowd-Sourcing-Plattformen, bis hin zu formal institutionalisierten Innovationsteams, die aus Unternehmensmitarbeitern und Kunden zusammengesetzt sind.

Aber auch außerhalb von Unternehmen können Kunden Innovationsaktivitäten nachgehen. Häufig entwickeln Konsumenten Produkte, um diese selbst zu nutzen und ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Der potenzielle ökonomische und gesellschaftliche Mehrwert solcher Nutzerinnovationen bleibt in vielen Fällen ungenutzt. Unser Ziel ist es, ein tieferes Verständnis über die Chancen und Herausforderungen im Rahmen der Entwicklung und Verbreitung von Nutzerinnovationen zu erlangen sowie geeignete Rahmenbedingungen zu identifizieren, um das Potenzial für Gesellschaft und Unternehmen besser ausschöpfen zu können.

 

Beispielhafte Forschungsfragen:

  • Wie wirken sich verschiedene Formen der Kundeneinbindung auf die Innovativität von Produkten aus?
  • Welche Chancen und Herausforderungen birgt die Einbindung von Kunden in den Innovationsprozess?
  • Wie können Neuproduktentwicklungsteams, in denen Kunden eingebunden sind, optimal zusammengesetzt werden?
  • Wie unterscheiden sich Nutzer, die unabhängig von Unternehmen innovieren, im Hinblick auf ihre Persönlichkeit und Motive von Nutzern, die gemeinsam mit Unternehmen innovieren?
  • Wie kann das Potenzial der von Nutzern entwickelten Innovationen von Unternehmen besser genutzt werden?
 

Ausgewählte Publikationen:

  • De Jong, Jeroen/Gillert, Lennart/Stock, Ruth (in press), First Adoption of Consumer Innovations: Exploring Market Failure and Alleviating Factors, Research Policy (RP).
  • Stock, Ruth/von Hippel, Eric/Gillert, Nils Lennart (2016), Impacts of Personality Traits on Consumer Innovation Success, Research Policy (RP), 45, 4, 757-769.
  • Stock, Ruth/Oliveira, Pedro/von Hippel, Eric (2015), Impacts of Hedonic and Utilitarian User Motives on the Innovativeness of User-Developed Solutions, Journal of Product Innovation Management (JPIM), 32, 3, 308-478.
  • Stock, Ruth (2014), How Should Customers be Integrated for Effective Interorganizational NPD Teams? An Input-Process-Output Perspective, Journal of Product Innovation Management (JPIM), 31, 3, 535-551.
  • Stock, Ruth (2006), Interorganizational Teams as Boundary Spanners between Supplier and Customer Companies, Journal of the Academy of Marketing Science (JAMS), 31, 4, 558-599.